youngSTARS oder ‘back to the roots’

Silke Hohmuth schreibt:

Genau 15 Monate nach dem KickOff des Leipziger Finanzforums scheint für manch einen der Move hin zu den youngSTARS überraschend. Für alle, die mich schon länger kennen, ist dies nach dem ersten Erfolg (bislang fehlende Stimmen finden Einzug im Sustainable Finance Beirat) ein logischer und konsequenter Schritt: Denn seit Vereinsgründung 2016 spielen Kinder & Jugendliche eine entscheidende Rolle bei MenschBank.

Ein Highlight hierbei war sicherlich im Rahmen des 2. Sustainable Finance Gipfel das Challenger Statement ‘Bank der Zukunft’ gemeinsam mit meinem Sohn Max am 25.09.2018. Dies war ein halbes Jahr vor Fridays for Future – und rüttelte schon damals manch einen unbequem auf, wie Yvonne Zwick in ihren Eingangsworten zum 3. Leipziger Finanzforum unterstrich.

Dieses Aufrütteln braucht es, wenn ich mir die aktuell geführten Debatten in Wirtschaft und Politik, speziell auch zu Sustainable Finance anschaue, mehr denn je. Und so freue ich mich über den ‘Rückenwind’ für die youngSTARS von Silke Stremlau:

Unsere Wirtschaft, unsere Gesellschaft und unser Finanzmarkt müssen transformativer, nachhaltiger und resilienter werden, um den gewaltigen sozialen und ökologischen Herausforderungen dieser Tage begegnen zu können. Für diese Jahrhundertaufgabe brauchen wir viel Energie, Ausdauer, Solidarität und immer wieder ein kritisches Hinterfragen von althergebrachten Denkweisen und Handlungsmustern.

Daher bin ich vom youngSTARS Programm so begeistert, weil es einen kritisch-konstruktiven Dialog zwischen den Generationen fördert, weil es Transformations- und Finanzwissen aufbauen will und die zentralen Fragen in den Mittelpunkt stellt. Die Transformation unserer Wirtschaft ist DIE Herausforderung der heutigen Zeit, sie stellt alle vor enorme Veränderungen und wir müssen sie im Dialog der Generationen angehen. Ich wünsche mir von den youngSTARS, dass sie Stachel im Fleisch sind und etablierte Denkmuster immer wieder systemisch hinterfragen. Wer, wenn nicht ihr?

Silke Stremlau, Vorsitzende des Sustainable Finance Beirates der Bundesregierung

Genau diesen Stachel ‘spielte’ Max in seinem Abschlussstatement 2018 mit folgenden Worten: Laden Sie zum nächsten Sustainable Finance Gipfel die Jugendlichen ein, wir haben innovative Ideen. Mir scheint, viele der hier Anwesenden sind in ihrem Denken ziemlich veraltet.
Mit MenschBank e.V. geben wir im Sustainable Finance Testlab Leipzig den youngSTARS einen eigenen Themenstrang rund um ihre innovativen Ideen zur Finanzierung von Nachhaltigkeit & Innovation mit einem wissenschaftlichen Framing, um diese mit unseren Partnerunternehmen aus Finanz- und Realwirtschaft zu besprechen.

youngSTARS is made by ALLSTARS

Ja, youngSTARS will be made by allSTARS: von besonderen Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. ‘best practise’ gestaltet gemeinsam ‘next practise’.

Ich bin froh, mit Oliver Sachsze einen unglaublich engagierten SchülerInnenvertreter als Projektleiter für youngSTARS gewonnen zu haben. Im Bild oben Olivers Teilnahme als stv. Vorsitzender des LandesSchülerRates Sachsen an meinem Panel ‘Nachhaltigkeit verbindet – Die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) als Schlüssel zur Demokratie des 21. Jahrhunderts’ im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2019. Inzwischen ist Oliver Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz und damit Vertreter von rund 8 Millionen Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Oliver sagt:

In den letzten 10 Jahren, in denen ich mich in der Schülervertretung engagiere, ist mir immer wieder aufgefallen, welch innovative Ansätze Jugendliche haben und was für eine Energie auf unseren Veranstaltungen entsteht. Hier werden echte Zukunftsideen geboren, weil wir in den Gedanken frei und noch nicht durch bürokratische Strukturen beschränkt sind. So entstehen Visionen der Zukunft. Leider schaffen es diese Ideen oftmals nicht in die Umsetzung, da es an wirtschaftlicher und finanzieller Bildung und v.a. an Alltagskompetenzen fehlt. Oft verzetteln sich die Jugendlichen, es fehlt der rote Faden.  Auch bewegen sie sich meist in ihren Blasen, oft nur innerhalb der eigenen Schulen. Kontakt und Austausch mit Unternehmen?! – Fehlanzeige. Und nicht zuletzt fehlt es am Geld – denn die theoretisch mögliche Beantragung ist oft extrem aufwändig. Und so bleiben unzählige gute Ideen auf der Strecke…. 

Können wir es uns – und vor allem: Wollen wir es uns leisten, diese guten Ideen einfach sterben zu lassen und so das Engagement der Jugendlichen ersticken? Oder wollen wir die Jugend inspirieren und ermutigen, ihnen gute Wurzeln in festen Werten geben und Gestaltungsräume schaffen, in denen ein Miteinander der Generationen möglich ist?!

Dies ist ein Zukunftsbild, das uns gefällt – und das wir beim Thema Nachhaltigkeit doch so häufig anders erleben. Und so frage ich den Bestseller-Autor John P. Strelecky, wie sich dieser Konflikt der Generationen überwinden lässt. Er sagt:

‘Lasst uns von der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai lernen, die Kenia wieder aufgeforstet hat. Starte von dem Punkt größter Unzufriedenheit! Was stört Dich am meisten – und wie wäre es, wenn es richtig gut wäre. Und dann: Take Action!! Sag Dir selbst: If nobody else will solve this problem – I will solve this problem.

John P. Strelecky

Auch John P. Strelecky ist für mich persönlich ein ‘back to the roots’: 2010 las ich sein Buch ‘The Big Five for Life’ und lernte ihn im gleichen Jahr noch persönlich kennen. Im Folgejahr machte ich bei ihm die Coaching-Ausbildung und gleichzeitig lud ich ihn im Namen meiner damaligen Auftraggeber (intl. Investmenthäuser) zu Premiumkunden-Events als Speaker ein. All das, was ich durch ihn und viele andere inspirierende Menschen gelernt habe, fließt in youngSTARS ein. Also, ganz ehrlich: ich freue mich auf die youngSTARS – und alles, was mit ‘Menschen, die die Welt verändern’ entstehen wird.

Weitere Infos im Booklet – und ein herzliches Dankeschön an die Förderpartner von youngSTARS.

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